Eine szenische Lesung in Verbindung mit Liedern lockte unter diesem Motto circa 50 Zuhörer in die ehemalige Synagoge. Mitglieder des Vereins setzten ein Konzept von Uli Düster, in dem ein Eindruck über das Leben und Wirken jüdischer Künstler im Ghetto Theresienstadt vermittelt werden sollte, mit Musik und Texten um . Dort waren ab 1941 Juden aus der damaligen Tschechoslowakei und anderen europäischen Ländern interniert. Vorwiegend ältere Menschen und Kulturschaffende wurden hier auf engstem Raum zusammengepfercht. Unter ihnen befanden sich einige der größten Talente aus den Bereichen Musik, Theater und Malerei, so Viktor Ullmann, Ilse Weber, Leo Strauss, Bedřich Fritta und viele andere, von denen kaum einer überlebte. Eine Fotodokumentation von Jutta Schwegler mit Bildern vom ehemaligen und heutigen Theresienstadt ergänzte das Konzert.
Nach der herzlichen Begrüßung durch Altbürgermeister Bernd Brückner wurde in einer halbszenischen Aufführung das Leben von Ilse Weber und ihrer Familie nachgezeichnet und einige ihrer Lieder auch teils auf tschechisch gesungen. Weitere Schwerpunkte lagen auf den Lebensumständen der Gefangenen sowie deren Fähigkeit, unter den widrigsten Umständen den Lebensmut nicht zu verlieren. In einem besonderen Rahmen im Kaffeehaus veranstalteten sie Kabarett- und andere Musikvorstellungen voller Humor und Ironie. Einige dieser dort entstandenen Lieder wurden durch Uli Düster, Vera Holt, Josef Nusko und Jutta Schwegler interpretiert und von Jakob Ziegler, 17 Jahre, Gymnasium Marktbreit, hervorragend und sehr einfühlsam begleitet. Texte lasen Angela Nusko, Antje Pöllot und Peter Weidner. Ziel war es in erster Linie, das Schaffen von Künstlern zu dieser Zeit herauszustellen, deren Kreativität in den Gaskammern von Auschwitz durch die Nationalsozialisten jäh beendet worden ist.
Die unglaubliche, kaum vorstellbare künstlerische Schaffenskraft im Ghetto fand ihren Ausdruck in einer sehr berührenden, nachdenklich machenden, aber auch durchaus unterhaltenden Vorstellung. Gemäß Ilse Webers überlieferten Worten: „Wir dürfen, umgeben von Tod und von Grauen, den Glauben an uns nicht verlieren. Wir müssen der Freude Altäre bauen in den düsteren Massenquartieren“.
