Um 1930 existierten in Franken noch etwa 175 jüdische Gemeinden mit ihren Synagogen und Bethäusern. Viele wurden von den Nationalsozialisten während des Novemberpogroms 1938 zerstört. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg kam es immer wieder zu Zweckentfremdungen, Umformungen und sogar zum Abriss. Erst mit dem Inkrafttreten des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes 1973 und der in den Jahren 1985 und 1986 publizierten Bayerischen Denkmalliste wurden Synagogen und andere jüdische Kulturdenkmäler wie Friedhöfe, Mikwen und Schulen in größerem Umfang inventarisiert und unter Schutz gestellt. Der Vortrag von Hans-Christof Haas zeigt an mehreren Beispielen, wie sich der Umgang mit dem jüdischen Erbe seit der Nachkriegszeit allmählich wandelte und die Restaurierungen mit einer größeren Sensibilität durchgeführt wurden.
Dipl.-Ing. Hans-Christof Haas betreut als Denkmalpfleger und Querschnittsreferent für Jüdisches Erbe beim Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege seit vielen Jahren die Erforschung und Erhaltung des gebauten jüdischen Erbes.
