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84 Jahre lang war das unscheinbare Gebäude ohne eigene Hausnummer in der Kirchgasse in Obernbreit als Scheune, Reparaturwerkstatt oder Abstellhalle für landwirtschaftliche Geräte genutzt worden. Ein in der Nordmauer eingelassener Stein war stark verwittert und teils unter Putz und Farbe kaum mehr erkennbar. Den meisten nach 1945 geborenen Obernbreitern war nicht bekannt, dass dieses Gebäude ursprünglich die Obernbreiter Synagoge war.

Foto von Pfarrer Walz. Fotograf: M. Walz
Pfarrer Walz. Foto: M. Walz

1996 ließ Pfarrer Helmut Walz zu seinem 6o. Geburtstag den Stein renovieren und schuf damit die Grundlage dafür, dass im Ort die Bedeutung des Baues erkannt werden konnte. Es war ihm ein Anliegen, dass das Haus in irgend einer Form seinem historischen Stellenwert gemäß wieder genutzt werden sollte. Zunächst sorgte er dafür, dass besonders an die letzte Phase der jüdischen Vergangenheit des Ortes erinnert wurde, indem er Zeitzeugen zu Gesprächsrunden einlud. Schließlich suchte und fand er eine Gruppe von 18 engagierten Bürgerinnen und Bürgern, mit denen zusammen er am 29. Juni 2005 den Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. gründete.

Beim Erwerb des Gebäudes für den Verein spielte er die maßgebliche Rolle und setzte seine Autorität ein, um Zweifler und Gegner des Projekts zu überzeugen und um neue Mitglieder zu werben. Sein Engagement beschränkte sich aber nicht nur auf die geistig-moralische Unterstützung. Bei den Grabungsarbeiten zur Freilegung der Mikwe war er einer der ältesten Mitglieder des Teams mit den meisten Arbeitsstunden.

Leider hat er die Vollendung der Umgestaltung der ehemaligen Synagoge zu einem Raum des Erinnerns und der Begegnung nicht mehr miterlebt.

Der Verein weiß, was er Pfr. Walz verdankt und ehrt ihn nach seinem 80. Geburtstag mit einem besonderen Konzert IN MEMORIAM PFARRER WALZ.

Der in Jerusalem und Berlin lebende Künstler, Alex Jacobowitz, spielt auf dem Marimbafon. „Hätte Bach vor dreihundert Jahren diese schönen Klänge gekannt, hätte er nie mehr Musik für Cembalo geschrieben“ stellt er seinen Klangkörper vor. Er ist einer der weltbesten Marimba-Virtuosen. Ganz im Sinne von Pfr. Walz wirbt er mit seiner Musik als Botschafter für Völkerverständigung und Mitmenschlichkeit.

 

Termin: Dienstag, 25. April 2017

Zeit: 20.00 Uhr

Ort: Ehemalige Synagoge Obernbreit

Der Eintritt ist frei